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Wer draußen klettert, merkt schnell: Fels ist nicht gleich Fels. Kalk, Granit, Sandstein oder Basalt – jede Felsart hat ihren ganz eigenen Charakter. Die Form der Griffe, die Reibung unter den Schuhen und selbst der Klang des Gesteins können sich völlig unterscheiden. Wer diese Unterschiede versteht, bewegt sich nicht nur sicherer am Fels, sondern holt auch mehr aus jeder Tour heraus.
Auch Technik und Material spielen je nach Felsart eine entscheidende Rolle. Während du auf rauem Granit mit Reibung arbeitest, braucht es im glatten Kalkstein präzise Trittarbeit und Vertrauen in kleine Leisten. Das richtige Schuhprofil, umsichtiges Klettern und Respekt vor dem Gestein machen aus Erfahrung Routine – und aus Routine echten Klettergenuss.
Inhaltsverzeichnis
Warum die Felsart beim Klettern so wichtig ist

Die Wahl des Felsens entscheidet oft darüber, wie sich eine Route anfühlt – und wie du sie bewältigst. Jede Felsart bringt eigene Herausforderungen mit sich: mal bieten kleine Leisten Halt, mal zählt reine Reibung, manchmal ist das Gestein scharfkantig oder brüchig. Wer die Unterschiede versteht, kann Bewegungen besser einschätzen, seine Kraft gezielter einsetzen und unnötige Risiken vermeiden.
Felsbeschaffenheit beeinflusst nicht nur die Klettertechnik, sondern auch Ausrüstung und Sicherheit. Auf weichem Sandstein ist sanftes Treten Pflicht, während auf hartem Granit präzise Kantenarbeit gefragt ist. Auch Material nutzt sich je nach Untergrund unterschiedlich ab – Seile, Schuhe und Expressen leiden auf rauem Fels stärker als auf glatten Wänden.
Am Ende zählt das Zusammenspiel aus Technik, Erfahrung und Gefühl. Je besser du lernst, den Fels zu „lesen“, desto sicherer und effizienter kletterst du. Besonders beim Umstieg von der Halle an den echten Fels lohnt es sich, bewusst auf Struktur, Reibung und Griffarten zu achten – eine saubere Technik ist hier der Schlüssel.
🧭 In meinem Beitrag zur Klettertechnik erfährst du, wie du Bewegungen am Fels bewusst steuerst – und in den Kletterstilen, wie du sie an verschiedene Felsarten anpasst.
Die wichtigsten Felsarten im Überblick

Felsen sind so unterschiedlich wie die Kletterer, die sie besteigen. Vom rauen Granit bis zum glatten Kalk bietet jede Felsart ihren eigenen Charakter, andere Griffe und eine ganz eigene Bewegungssprache. Wer die Eigenheiten der verschiedenen Gesteine kennt, kann Technik, Material und Erwartungen besser anpassen – und erlebt den Fels bewusster.
Kalk – der Klassiker im Sportklettern
Kalkstein ist in Europa die wohl bekannteste Felsart und bildet viele der beliebtesten Klettergebiete, etwa das Frankenjura oder Arco. Typisch sind scharfe Leisten, kleine Taschen und ausgeprägte Tropfsteinformen. Die Reibung ist meist gut, erfordert aber saubere Fußarbeit und präzises Treten.
💡 Tipp: Eine ruhige Balance und kontrollierte Bewegung sind wichtiger als rohe Kraft – wer zu hastig klettert, verliert schnell den Halt.
Granit – rau, hart & technisch fordernd
Granit überzeugt durch klare Kanten, Risse und kompakte Platten. Das Gestein bietet hervorragende Reibung, verlangt aber präzise Technik: häufig Riss- oder Reibungsklettern statt klassisches Greifen. Hier sind Körperspannung und Vertrauen in die Füße entscheidend.
💡 Technik: Spannung aufbauen, ruhig bleiben und die Reibung des Felses aktiv nutzen, anstatt gegen ihn zu arbeiten.
Sandstein – weich, aber sensibel
Sandstein bietet fantastische Reibung und oft spektakuläre Formen – von flachen Slopern bis zu sanften Rundungen. Gleichzeitig ist er empfindlich und darf nie feucht beklettert werden, da sich das Gestein dann schnell abnutzt. Viele Gebiete verbieten außerdem Chalk, um die Oberfläche zu schützen.
💡 Tipp: Trete sanft, ziehe kontrolliert und setze Druck statt Zug – so schützt du den Fels und bleibst sicher unterwegs.
Basalt & Gneis – seltener, aber speziell
Diese beiden Felsarten sind weniger verbreitet, aber technisch spannend. Basalt ist meist kompakt und kantig, Gneis eher vielschichtig und fest. Beide erfordern präzise, kraftvolle Bewegungen und ein gutes Gefühl für Struktur.
💡 Tipp: Griffe immer prüfen – sie können scharfkantig oder glatt poliert sein. Wer aufmerksam klettert, entdeckt oft überraschend gute Tritte und Reibungsflächen.
Technik & Stil je nach Felsart
Jede Felsart fordert ihren eigenen Stil – was auf Kalk perfekt funktioniert, kann auf Sandstein oder Granit völlig anders aussehen. Die Struktur des Gesteins bestimmt, wie du dich bewegst, greifst und stehst. Wer seine Technik anpasst, klettert effizienter, sicherer und mit mehr Gefühl für das, was unter den Fingern liegt.
Auf Kalk zählt oft Präzision: kleine Leisten, scharfe Kanten und Taschen erfordern sauberes Antreten und ruhige, kontrollierte Bewegungen. Granit dagegen lebt von Reibung und Körperspannung – an Platten oder in Rissen ist Gleichgewicht wichtiger als Griffkraft. Und Sandstein? Hier gilt Feingefühl: Druck statt Zug, Vertrauen in Reibung statt hektisches Greifen.
Je besser du lernst, deinen Kletterstil an das jeweilige Gestein anzupassen, desto natürlicher wird dein Bewegungsfluss. Ob du Leisten trittst, Sloper drückst oder Risse klemmst – das Zusammenspiel aus Technik, Ruhe und Erfahrung entscheidet.
🧭 Erfahre auf meiner Seite zur Klettertechnik, wie du Bewegungen bewusst steuerst – und auf den Kletterstilen, wie du sie perfekt an jede Felsart anpasst.
Ausrüstung & Pflege je nach Fels

Nicht jeder Fels wird gleich behandelt – und auch deine Ausrüstung sollte sich anpassen. Unterschiedliche Gesteine beanspruchen Schuhe, Seile und Hardware verschieden stark. Wer Material und Pflege darauf abstimmt, verlängert nicht nur die Lebensdauer seines Equipments, sondern klettert auch sicherer und respektvoller.
Chalk & Sauberkeit: In vielen Kalk- und Granitgebieten ist Chalk Standard, während es auf empfindlichem Sandstein oft verboten ist. Das weiße Pulver verändert dort die Oberfläche und schadet langfristig dem Fels. Achte auf lokale Regeln und nutze Chalk sparsam – oder greife zu unauffälligen, flüssigen Alternativen.
Kletterschuhe: Die Wahl des Schuhs hängt stark von der Felsart ab. Weiche Sohlen mit hohem Reibungswert sind ideal für Sandstein und Granitplatten, wo du über Friktion arbeitest. Auf Kalk oder Basalt bieten härtere Schuhe mit stabiler Kante besseren Halt auf kleinen Leisten. Regelmäßiges Reinigen der Sohlen verbessert die Haftung – besonders auf glattem Fels.
Hardware & Seile: Auf rauem Fels wie Granit oder Basalt nutzen sich Seile, Expressen und Karabiner schneller ab. Achte auf scharfe Kanten, prüfe den Mantel des Seils regelmäßig und reinige Metallteile von Staub und Sand. Ein Helm ist in brüchigem Gelände – etwa in neuen oder wenig frequentierten Gebieten – Pflicht, auch beim Sichern am Wandfuß.
🧭 Mehr Details zur richtigen Materialwahl und Pflege findest du in meiner Übersicht zur Kletterausrüstung.
Nachhaltigkeit & Verantwortung am Fels
Klettern bedeutet Freiheit – aber auch Verantwortung. Jeder Griff, jeder Tritt hinterlässt Spuren, und wer draußen unterwegs ist, trägt dazu bei, die Natur zu schützen. Nachhaltiges Klettern beginnt schon bei der Planung und setzt sich am Fels fort – mit Respekt vor Gestein, Umgebung und anderen Menschen.
Fels schützen: Besonders empfindliche Gesteine wie Sandstein dürfen nie nass beklettert werden. Feuchtigkeit schwächt das Gestein, Griffe brechen leichter aus und dauerhaft entstehen Schäden an der Struktur. Auch auf Kalk und Granit gilt: lieber einmal umdrehen, als die Wand zu ruinieren.
Lokale Regeln & Ethik: In vielen Gebieten gelten eigene Regelwerke – etwa Chalkverbote, Vogelschutzzeiten oder Wegbegrenzungen. Diese Vorgaben stammen nicht aus Bürokratie, sondern schützen das, was uns alle anzieht: intakte Natur und gesunde Felsen. Ein kurzer Blick in lokale Kletterführer oder Apps reicht meist, um informiert zu bleiben.
Leave-no-trace: Der Grundgedanke ist einfach – nichts hinterlassen außer Trittspuren. Kein Müll, keine Tickmarks, kein Lärm. Bürste Griffe nach dem Klettern ab, bleib auf vorhandenen Pfaden und achte auf leise Kommunikation am Fels. So bleibt das Erlebnis für alle erhalten – heute und morgen.
🧭 Mehr Anregungen, wie du dein Outdoor-Leben nachhaltiger gestalten kannst, findest du auf meiner Seite Nachhaltig draußen unterwegs.
FAQ – Häufige Fragen zu Felsarten
❓ Welche Felsarten gibt es beim Klettern?
Zu den häufigsten Klettergesteinen zählen Kalk, Granit, Sandstein, Basalt und Gneis. Jede Felsart unterscheidet sich in Struktur, Reibung und Griffverhalten – und damit auch im Kletterstil. Kalk bietet scharfe Leisten und Taschen, Granit klare Risse und Platten, Sandstein lebt von Reibung und Gefühl.
❓ Welcher Fels ist am besten für Einsteiger geeignet?
Für Einsteiger eignen sich Gebiete mit festem, griffigem Kalk oder kompaktem Granit besonders gut. Beide bieten verlässliche Reibung und klar erkennbare Strukturen. Sandstein ist technisch spannend, aber sensibler – ideal, wenn du bereits ein gutes Gefühl für Tritte und Druck entwickelt hast.
❓ Was ist der Unterschied zwischen Kalk und Granit?
Kalk ist meist heller, weicher und von Taschen, Tropfsteinformen und Leisten geprägt – perfekt für präzise Fußarbeit. Granit hingegen ist härter, rauer und strukturell gleichmäßiger. Dort dominieren Reibung und Risskletterei, die mehr Körperspannung und Technik erfordern.
❓ Kann man auf Sandstein klettern, wenn es feucht ist?
Nein, solltest du nicht – das ist einer der wichtigsten Grundsätze beim Klettern auf Sandstein. Feuchtigkeit weicht das Gestein auf, Griffe brechen leicht aus und der Fels verliert dauerhaft Stabilität. Warte nach Regen mindestens 24 bis 48 Stunden, bis der Fels vollständig trocken ist.
❓ Welcher Kletterschuh passt zu welcher Felsart?
Auf Reibungsfelsen wie Sandstein oder Granit funktionieren weiche Schuhe mit hoher Sensibilität am besten. Für Kalk oder Basalt eignen sich härtere Modelle mit stabiler Kante, um kleine Leisten besser zu treten. Wenn du regelmäßig verschiedene Gesteine kletterst, lohnt sich ein zweites Paar mit anderem Sohlenprofil.
Fazit – Fels verstehen, besser klettern
Jeder Fels erzählt seine eigene Geschichte – und wer zuhört, wird ein besserer Kletterer. Kalk lehrt Präzision, Granit fordert Körperspannung, Sandstein verlangt Gefühl. Die Unterschiede zu kennen heißt, sich selbst und die Bewegung am Fels bewusster wahrzunehmen.
Wer versteht, wie sich Felsarten verhalten, klettert sicherer, effizienter und mit mehr Respekt für die Natur. Du lernst, Technik und Material gezielt einzusetzen, erkennst Grenzen früher – und genießt jede Tour intensiver. Ob du gerade erst anfängst oder neue Herausforderungen suchst: der Fels bleibt der beste Lehrer.
🧭 Du willst die Unterschiede selbst spüren? Schau dir die Klettergebiete an und entdecke Orte, an denen Kalk, Granit und Sandstein ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.
Weiterführende Themen
Wer versteht, wie unterschiedlich Felsen sein können, möchte das Gelernte meist direkt anwenden. Die folgenden Themen helfen dir, Technik, Ausrüstung und Gebietskenntnis gezielt zu vertiefen – für noch mehr Sicherheit und Gefühl am Fels.